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Steffi

Schüler

  • »Steffi« ist der Autor dieses Themas

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Montag, 18. Dezember 2006, 15:53

Einstieg in die Vogelspinnen Haltung

Vogelspinnen sind sehr schöne und interessante Tiere allerdings muss ich gleich dazu sagen das sich jeder zukünftige Vogelspinnenhalter im klaren darüber sein muss das es sich hierbei keines Falls um Kuscheltiere handelt. Manche Vogelspinnen haben zwar einen gutmütigen Charakter und wehren sich nicht großartig wenn ihr Halter sie auf die Hand nimmt aber nichts desto trotz bedeutet das einen unheimlichen Stress für die Tiere.

Im Groben kann man Vogelspinnen in 3 Gruppen einteilen. Das wären
einmal die Baumbewohner, die Bodenbewohner und dann gibt es Vogelspinnen die die meiste Zeit ihres Lebens unter der Erde verbringen.

Baumbewohner

Für Baumbewohner sollte man immer ein Terrarium benutzen welches höher als breit ist. Für Art mit geringerer Körperlänge (z.B. Avicularia ) ist ein Terrarium mit den Maßen 20:30:30
eigentlich ausreichend, wobei es sicherlich auch nicht schaden kann den Tieren mehr Platz zu gönnen ( welchen meine allerdings nicht nutzen).
Wenn man größere Arten (z.B. Poecilotheria) halten möchte sollte das Terrarium etwas größer bemessen sein, da sie eine wesentlich größere Beinspannweite erreichen. Terrarien mit den Maßen 30:30:40 wären dann recht gut geeignet.
Wie der Name es schon verrät leben Baumbewohner weiter oben im Terrarium, welches man deshalb mit genügend Asten oder Pflanzen im oberen Bereich ausstatten sollte. Auch werden Korkröhren gerne als Versteck angenommen, die man einfach in das Terrarium reinstellen oder im oberen Bereich befestigen kann. Aber nicht jede Spinne nimmt das ihr angebotene Versteck an sondern zieht es vor sich zwischen den Ästen ein Gespinst zu bauen in welchem sie die meiste Zeit verbringen wird. Außerdem sollte wie in jedem Terrarium ein Wassernapf vorhanden sein.
Wenn du dir allerdings eine baumbewohnende Spinne kauft die noch nicht adult ist kann es passieren das sie sich nicht sofort oben im Terrarium ansiedelt sondern erst einmal in Boden nähe. Viele Jungspinnen bauen sich dort senkrechte Wohnröhren, in die meist auch Bodensubstrat eingearbeitet wird. Erst mit zunehmender Größe wird sie ihren „Wohnsitz“ weiter nach oben verlagern.

Bodenbewohner

Bei Bodenbewohnern sind Terrarien zu bevorzugen, welche eine größere Grundfläche haben und nicht so hoch sind. Zwar klettern auch Bodenbewohner ab und an mal (oftmals wenn die Bedingungen im Terrarium nicht stimmen..der Boden ihnen z.B. zu feucht ist) allerdings sind sie nicht so geschickte Kletterer wie Baumbewohner weshalb sie auch hin und wieder mal abstürzen. Ein Sturz ist natürlich immer mit einer Verletzungsgefahr verbunden welche man durch ein flacheres Terrarium eben um ein wesentliches verringern kann.
Auch Steine und andere spitze Gegenstände haben in keinem Spinnenterraium etwas zu suchen (auch wenn es vielleicht für den Halter schön aussehen mag). Wenn eine Spinne bei einem Sturz darauf fällt kann es sehr gefährlich für sie sein und im schlimmsten Falle tödlich enden.
Das Terrarium sollte mit einer Höhle (einem Korkstück oder einer halben Kokosnuss z.B.) ausgestattet sein und natürlich einem Wassernapf. Pflanzen sind zwar eigentlich für das Wohlergehen einer Spinne nicht notwendig aber mit Bepflanzung sieht das Terrarium natürlich nicht so kahl aus. Ob man nun echte oder künstliche Pflanzen verwendet ist jedem selbst überlassen und Geschmackssache. Auf Kakteen sollte man natürlich der Spinne zu liebe verzichten ;-)
Der Bodengrund sollte bei Bodenbewohnern mindestens 5 oder noch besser 10cm hoch sein, da auch gerne mal gebuddelt wird. Man kann den Bodengrund z.B. vorne relativ flach eingeben und nach hinten hin höher aufschütten und alles etwas fest drücken.

Röhrenbewohner

Röhrenbewohner verbringen die meiste Zeit ihres Lebens unter der Erde in Gängen die sie selbst anlegen. Zum Teil werden dort richtige Gangsytheme quer durch das Terrarium angelegt.
Man sollte für diese Spinnen Terrarien verwenden in welche man sehr viel (am besten mindestens 15cm Bodengrund) einfüllen kann. Ich verwende hierzu umgebaute Terrarien. Dort ist dann der Eingriff von oben und die Tiere können ungestört ihre Gänge buddeln.
Als erste Spinne würde ich allerdings von dem Kauf eines Röhrenbewohners abraten, da man dann eigentlich nicht sehr viel von dem Tier hat weil man es so gut wie nie.. teilweise Wochen lang, nicht zu sehen bekommt.
Auch hier sollte sich natürlich ein Wassernapf im Terrarium befinden.


Für den Einstieg in die Vogelspinnenhaltung würde ich es empfehlen entweder adulte Tiere ( Weibchen) zu kaufen oder Spinnen die eine Körperlänge von mindestens 3cm haben. Spiderlinge sind oftmals etwas anfälliger und außerdem in einem großen Terrarium nur schlecht zu sehen.
Auch solltest du darauf achten dir ein Weibchen zu kaufen da Männchen nach ihrer Reifehäutung im Verhältnis zu Weibchen nur noch recht kurz leben und außerdem das Fressen um ein vielfaches reduzieren, was manchen „Anfänger“ ganz schön Kopfzerbrechen bereiten kann.
Du solltest auch wissen das manche Vogelspinnen Weibchen sehr alt werden können. Es ist natürlich von Art zu Art unterschiedlich aber ein Alter von 20-25 Jahren sind keine Seltenheit ( gute Pflege vorrausgesetzt).

Der Fütterungsintervall hängt von der Größe der Spinne und natürlich auch des Futtertieres ab. Adulte (also geschlechtsreife) Tiere bekommen bei mir ca. alle 10-14 Tage eine Große Heuschrecke zu fressen. Das Futtertier sollte eigentlich nicht Größer als die Spinne sein.
Spiderlinge füttere ich mit Microheimchen, wenn die Spinnen dann etwas gewachsen sind gibt es kleine Heimchen, dann mittlere oder große Heimchen. Aber auch Heuschrecken oder Schaben bekommt man inzwischen in allen möglichen Größen zu kaufen, so das man die freie Auswahl hat welche Futterinsekten man seinen Spinnen anbieten möchte.
Als Faustregel gilt das das Abdomen ( Hinterleib ) der Spinne höchstens 1 ½ mal so groß wie der Carapax ( Deckel des Kopf-Brust-Stückes ) sein sollte. Ist das Hinterleib kleiner kann man dem Tier wieder Futter anbieten.
Allerdings würde ich davon abraten seine Vogelspinnen mit Mäusen zu füttern, da 1. viele Zooläden ihre Mäuse mit Mitteln behandeln die bei Spinnen Vergiftungen hervorrufen und somit zum Tod der Spinne führen würden und 2. die Maus die Spinne durch einen Biss schwer verletzen oder im schlimmsten Fall auch töten kann und ich glaube kaum das ein Spinnenhalter dieses Risiko eingehen möchte.

Spinnen müssen sich Häuten um wachsen zu können. Ihr Chitinpanzer ist nicht in der Lage sich auszudehnen. Um sich zu Häuten legen sich Vogelspinnen auf den Rücken, wo sie oftmals länger regungslos da liegen.
Bei manchen Spinnen ist eine bevorstehende Häutung sehr gut zu erkennen da sich die Haut am Abdomen scheinbar immer dunkler verfärbt bis sie irgendwann richtig schwarz ist.
Ausserdem verweigern Spinnen vor der Häutung das Fressen. Es sollte dringend darauf geachtet werden das sich während der Häutung keine Futtertiere im Terrarium befinden, da diese die Spinne sonst anfressen könnten.
Viele Spinnen ziehen sich außerdem vor einer Häutung in ihre Höhle zurück und spinnen sich dort ein. Dies geschiet zum Teil schon Wochen vor der eigentlichen Häutung. Ihr braucht euch also keine Sorgen machen und solltet den Bau nicht öffnen. Damit werdet ihr die Spinne nur stören. Sie weiß genau was sie macht und was das beste für sie ist ;-)

Ich kann hier jetzt keine Angaben machen bei welchen Bedingungen ( Luftfeuchtigkeit usw. ) Spinnen generell zu halten sind, da jede Art aus unterschiedlichen Gebieten kommt und somit unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum Terrarium stellt. Dies ist dann von Spinne zu Spinne zu klären.

Bevor man sich eine Spinne kauft sollte man sich für eine bestimmte entscheiden und sich über diese dann Informationen aus Büchern aus dem Internet oder auch bei anderen Spinnenhaltern einholen um der Spinne ein gutes „zu Hause“ bieten zu können.

Falls spezielle Fragen aufkommen sollten könnt ihr die natürlich gerne im Forum stellen. Wir werden versuchen euch diese immer zu beantworten und euch zu helfen.

Gruß Steffi
Gruß Steffi

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